#30 – Investitionen und Verbindlichkeiten

„Investiere in die Zukunft“ oder „Lege hier dein Geld sinnvoll an“ sind Floskeln, die man in etlichen Werbungen oder von Bankberatern hört. Aber was ist wirklich eine sinnvolle Investition und welche vermeintlichen Investitionen sind eigentlich Verbindlichkeiten? Mehr zu diesem Thema erfahrt ihr im heutigen Artikel.

Der Zweck von Investitionen

Was sind überhaupt Investitionen? Ich habe mal Google gefragt und folgende zwei Antworten bekommen:i

  1. langfristige Anlage von Kapital
  2. Aufwendung von Geld, Arbeit o. Ä. für etwas, das zukünftig einen besonderen Nutzen (z. B. eine Arbeits-, Zeit oder Kostenersparnis) bringen soll

Die erste Antwort ist sehr allgemein gehalten und das Wichtigste, was ich daraus entnehme ist „langfristig“. Die meisten Investitionen zahlen sich erst nach Jahren aus. Es erfordert viel Geduld, so viel Zeit aufzubringen (zumal man oft nicht weiß, wann es sich auszahlt). Die zweite Beschreibung ist meiner Meinung nach etwas aussagekräftiger, wenn auch leichter misszuverstehen. Nicht jeder Tausch von Arbeit gegen Geld oder Arbeit gegen Zeit ist eine Investition. Bestes Beispiel ist die 5-zu-2 Einteilung, die über 60% aller Menschen haben. Sie arbeiten 5 Tage die Woche um 2 Tage frei machen zu können. Wenn es eine Investition ist, dann halte ich es für eine schlechte (50 € reinstecken und 20€ herausbekommen ist nicht wirklich ertragreich). Allerdings besagt die Aussage auch, dass nicht nur Arbeit oder Geld eine Rolle spielen. Auch Bildung ist eine Investition, sogar eine der Besten. Allerdings sollte es die Richtige für den jeweiligen Menschen sein (Es bringt nichts, sich jahrelang in Chemie weiterzubilden, wenn man eigentlich ein Musiker sein möchte). Investitionen kann man daher nie pauschal treffen, sondern müssen immer individuell an die jeweilige Situation eines Menschen angepasst sein. Deswegen scheitern auch die meisten Menschen bei Investitionen, weil sie entweder blind Geld irgendwo reinpumpen oder ihr Bankberater seinen 0815-Plan für jeden bei allen Kunden anpreist (natürlich auch, weil er dort die größten Provisionen bekommt). Deshalb sollte man sich unabhängig beraten lassen oder selbst ausgiebig informieren.

„Schlechte“ Verbindlichkeiten

Im Gegensatz zur Investition, siedeln Verbindlichkeiten eher links der Null, also im Minusbereich. Oft werden Verbindlichkeiten mit Schulden gleichgesetzt, dies ist aber nur ein kleiner Teil (ähnlich wie Investitionen nicht nur mit Geld zu tun haben). An sich sind Verbindlichkeiten Kosten, die durch einen Vertrag oder als Folge einer Handlung entstehen. Das muss per se nicht schlecht sein, denn wir alle kommen mit Kosten und Folgen in Berührung und heutzutage ist ein Leben ohne Folgekosten/-tätigkeiten kaum möglich.

Wichtig dabei ist die Kontrolle über diese Folgen. Am Wichtigsten dabei ist es, den Überblick und auch eine Abschätzung der Kosten in Zeit, Geld und anderen Verbindlichkeiten zu haben.

Kredite sind ein wunderbares Mittel, sofern sie richtig eingesetzt werden. Sie kommen aus der Wirtschaft und sind für viele Unternehmen unabdingbar, um zu wachsen und zu existieren. Allerdings haben immer mehr Menschen Kredite für den Privatbereich entdeckt (Das Staaten sich verschulden und diese Schulden nie wieder zurück bezahlen können, würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen). So gut wie jeder stimmt mir zu, dass mein sein neues iPhone oder ein Motorrad eigentlich nicht mit einem Kredit kaufen sollte, da es Konsumgüter und nicht lebensnotwendig für uns sind. Dies sind schlechte Verbindlichkeiten, da sie schnell man zu einer riesigen Summer heranwachsen können. Aber wie sieht es mit einem Auto aus, welches jemand täglich braucht, um zu seiner Arbeit zu fahren. Ohne Zweifel sind es erstmal Verbindlichkeiten. Inwiefern sie gut oder schlecht sind, hängt von der jeweiligen Situation ab. Meistens würde ich sie aber in die Kategorie der schlechten einteilen, da man meistens die Alternativen nicht richtig abgewägt hat. Aber eins solltet ihr wissen! Betrachtet ein Auto niemals als Investition, es ist und bleibt eine Verbindlichkeit. Es verursacht Nebenkosten und Steuern. Es ist ein Konsumgut oder Luxusgut. Eine Investition kann es höchstens sein, wenn euer Beruf Taxi oder LKW Fahrer ist und ihr direkt mit dem Auto Geld verdient.

Die Lüge der „besten“ Investition

Kommen wir nun zu einem Thema, dass sehr kontrovers ist. Auch ich stand lange Zeit auf der anderen Seite. Es geht um das Eigenheim. Nicht wenige Banker werben mit dem Slogan „Ihr Eigenheim ist die beste Investition“. Es gibt eigentlich auch nur ein einziges Argument, was augenscheinlich für ein Eigenheim spricht: Und zwar die Aussage, „Mit einem Eigenheim verbrenne ich mein Geld nicht durch die Miete sondern stecke es in mein eigenes Haus“. Es klingt schlüssig und einleuchtend, birgt aber mehrere Fallen. Das Simpelste zum Anfang: Wer verdient wirklich daran? Natürlich, es ist die Bank, die den Kredit ausstellt. Wir zahlen ihr die Zinsen für den aufgenommenen Kredit, also stecken wir das Geld eigentlich nicht in unser Eigenheim, sondern pumpen es in die Bank. Klar haben wir dann nach 40 Jahren ein Eigenheim, was (hoffentlich) ganz allein uns gehört. Aber ist es dann wirklich eine Investition? Nein. Wir gewinnen kein Geld aus dem Haus. „Aber wir sparen und doch dann die Miete, wenn es abgezahlt ist.“ Ja, aber… Es werden hier oft die Opportunitätskosten vernachlässigt. Das sind die Alternativ- oder Verzichtskosten, die die wenigsten untersuchen. Beispielsweise könnten wir die gezahlten Zinsen (die höher als die Miete liegen werden), anlegen oder anderweitig investieren, um nach 40 Jahren von den Zinsen leben zu können. Außerdem ist man durch ein Haus örtlich gebunden und hat dadurch gewisse Hemmschwellen, umzuziehen, wenn neue Jobangebote an die Tür klopfen.

Ich möchte euch nicht von einem Hauskauf abraten. Ich selbst habe vor, irgendwann mal in einem Haus zu leben. Aber ich betrachte ein Haus nicht als Investition, sondern als Luxusgut. Klar kann man sein Haus wieder verkaufen und mehr Geld raus bekommen, aber mit anderen Investitionsmöglichkeiten kann man sein Geld besser anlegen. Ein Haus ist für mich eine Verbindlichkeiten. Ich werde wahrscheinlich diese Verbindlichkeit irgendwann eingehen, weil es mein Traum ist. Aber Geld verdienen/sparen möchte ich damit nicht.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein eigenes Haus, welches ihr langsam abzahlt oder sogar schon abgezahlt habt? Habt ihr schon mal einen Kredit für Auto, Handy oder sonst etwas aufgenommen, weil ihr nicht mehr warten wolltest? Lasst es mich wissen und teilt eure Erfahrungen.


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Weiterführende Literatur

Bodo Schäfer – Der weg zur finanziellen Freiheit

2 Kommentare zu „#30 – Investitionen und Verbindlichkeiten

Gib deinen ab

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Leider verwechseln noch viel zu viele Menschen Verbindlichkeiten und Investitionen…

    Ein Haus besitze ich nicht und möchte es bisher auch nicht. Nicht, weil es eine Verbindlichkeit ist (immerhin kommen neben Anschaffungskosten auch die Nebenkosten, Reparaturen und Steuern hinzu), sondern einfach, weil ich flexibel in meinem Wohnort sein möchte. Und jedes Mal das Haus neu zu verkaufen und neu zu kaufen, kann nur in einem Verlust enden…

    Einen Konsumkredit habe ich leider auch schon aufgenommen (Auto). Unser damaliger Wagen hatte unerwartet einen Motorschaden und ich keine Rücklagen… Das Auto brauchte ich aber, um zur Arbeit zu kommen :/ Dafür gab es dann einen günstigen Gebrauchten. Ansonsten bin ich kein Fan von Konsumkrediten, da man die viel zu oft unterschätzt und uns Banken diese nicht anbieten würden, wenn sie selber nicht am besten daran verdienen würden.

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    1. Hi Maria,

      Ja natürlich. Die Unflexibilität durch ein eigenes Haus ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Da ist man viel freier, wenn man nur aus einer Wohnung ausziehen. Und ein neues Haus zu kaufen, bevor man das andere verkauft hat, ist auch nicht immer so leicht 😀

      Auch ich habe damals ein Kredit aufnehmen müssen (Zwar Zinsloser Kredit bei den Eltern, aber es war dennoch ein Konsumkredit). Manchmal ist es auch unvermeidbar. Wichtig ist dabei dann immer, dass man sich dem bewusst ist und nicht achtlos Kredite aufnimmt. Denn wie du schon gesagt hast, am Ende gewinnt immer die Bank.

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