#25 – Effizienz und Effektivität

Zwei Begriffe, die oft gleichgesetzt werden. Auch ich habe lange Zeit den Unterschied und die wahre Bedeutung dieser Worte nicht gekannt. Es ist aber wichtig, sich damit zu befassen. Es kann sein, dass man in eine ganze andere Richtung gerät, einfach nur, weil man sich an das falsche Wort hängt und von seinem Ziel abdriftet. Was diese beiden Wörter bedeuten und wie ihr sie nutzen könnt, erfahrt ihr hier in diesem Artikel.

Das „Ziel“ als Maß aller Dinge

Woran misst man Menschen? Wie bewertet man sie oder wie vergleicht man zwei Personen miteinander? Mit Ergebnissen. Besonders in kurzweiligen Untersuchen oder Prüfungen werden nur die Ergebnisse und Erfolge betrachtet. Anhand dieser wird abgewägt und entschieden, wer besser gewesen ist. Allerdings kann man auch ein und die selbe Person so vergleichen. Man betrachtet die Veränderung der Ergebnisse bei gleichbleibender Tätigkeit und erwartet eine Verbesserung. Und zwar gibt es zwei Eigenschaften, die besonders betrachtet werden: Effizienz und Effektivität.

Nur zu oft höre ich diese Worte. Dabei werden die Bedeutungen oftmals vermischt und so sagen sie „du musst effektiver arbeiten“, meinen aber eigentlich effizienter. Dieser kleine Unterschied hat große Auswirkungen auf die Anpassung an unsere Arbeit.

Effizienz – Die Dinge richtig tun

Effizienz bezieht sich also eher auf den Prozess als auf das eigentlich Produkt. Oft wird mit Effizienz eine Zeitersparnis in Verbindung gebracht, aber dies ist nur ein kleiner Teil. Es geht vielmehr um die Einsparung von Ressourcen. Ressourcen können Zeit, Material, Personal oder Arbeitsschritte sein. Durch neue Einführung von Prozessen ist es möglich, beim Essen auch die Teile zu verwerten, die vorher weggeschmissen wurden. Es ist möglich ein Auto mit nur einer Person herzustellen, da Maschinen die körperliche Arbeit von über ein Dutzend Menschen erledigen. Und es ist möglich, Arbeitsschritte wie Bürokratie zu automatisieren und somit schneller eine Bearbeitung erfolgen kann.

Wichtig ist, dass Effizienz keine automatische Begleiterscheinung ist. Der Satz „wenn ich etwas lange genug machen, werde ich besser und schneller“ trifft nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz zu. Um die Effizienz wahrhaftig zu steigern benötigt es eine präzise Auseinandersetzung mit der Tätigkeit. Man muss herausfinden, was man schlecht macht. Mindestens genauso wichtig ist aber auch herauszufinden, was man bereits richtig tut. Dies ist mir besonders bei meiner Tätigkeit als Trainer im Kampfsport aufgefallen. Wenn bestimmte Techniken gelehrt werden, kommt oft nur die negative Kritik und man bemängelt nur das, was verbessert wird. Dadurch konzentriert sich der Schüler oft nur darauf, den Fehler nicht zu wiederholen, vergisst aber wichtige andere Aspekte. Dadurch entstehen Fehler in Bewegungen, die vorher mit Bravur gemeistert wurden.

So ein Phänomen tritt allerdings nicht nur im Kampfsport auf. Wenn wir uns falsch fokussieren und nur auf die Vermeidung von Fehlern bedacht sind, machen wir es am Ende nur noch schlechter. Deshalb ist es wichtig, genauestens zu analysieren, wie man eine Arbeit durchführt. Der Fokus liegt auf dem Erreichen von Zielen und nicht auf die Vermeidung von Fehlern. Nur so wird man effizienter und verbessert seine Ergebnisse.

Effektivität – Die richtigen Dinge tun

Während sich Effizienz eher mit dem Weg beschäftigt, ist Effektivität nur auf das Ziel gerichtet. Es betrachtet dabei nicht, wie viel Hindernisse man sich in den Weg legt oder welche Umwege man geht. Ist es dann nicht unwichtiger als Effizienz? Mit nichten. Ich behaupte sogar, dass es wichtiger ist als Effizienz. Und zwar, weil es oft vergessen wird, sich nach der Effektivität auszurichten. Viele stellen sich die Fragen „Wie produzieren wir es billiger und verkaufen mehr?“, „Wie werde ich besser in der Sportart?“ oder „Wie bekomme ich meine Beförderung?“. Ich behaupte auch, das es wichtige Fragen sind, da die Beantwortung uns eine gewisse Beschleunigung verleiht. Allerdings wird dabei Eines oft nicht betrachtet.

Dazu folgendes Beispiel:
„Du stehst in Berlin und willst nach Paris. Welches Transportmittel ist besser: ein Fahrrad oder ein Ferrari?“ Ganz klar ein Ferrari, oder nicht? Nun ja, es kommt drauf an. Wenn man den Weg nicht kennt und beispielsweise Richtung Moskau fährt, könnte der Ferrari sogar hinderlich sein, denn wir entfernen uns so noch weiter von unserem Ziel. Deshalb ist es wichtig, sich vor und besonders auch während der Fahrt mit der Richtung auseinander zu setzen.

Und so ist es auch im Leben. Es ist unerheblich, wie billig wir ein Produkt machen, wenn es keiner mehr braucht. Es ist unerheblich, wie wir besser in einer Sportart werden, wenn es gar nicht die richtige für uns ist. Und es ist unerheblich, wie weit wir in einem Job aufsteigen, wenn er uns nicht erfüllt und unglücklich macht.

Schaut also regelmäßig auf eure Richtung und wägt ab, ob ihr im Leben nicht vielleicht doch einen Richtungswechsel benötigt, weil euch der Weg an ein falsches Ziel bringt.

Auch wenn ich in diesem Beitrag beide Begriffe voneinander getrennt betrachtet habe, so gehören sie zwangsläufig zusammen. Beide Begriffe sind mit einem Satz zu definieren, wenn man die Bedeutung nur leicht verändert:

  • Effizienz: die Dinge richtig tun
  • Effektivität: die richtigen Dinge tun

Man sollte sich diese zwei Sätze mehrmals durchlesen, falls man die Bedeutung nicht sofort versteht. Auch ich habe es mir anfangs unzählige Male durchgelesen, um den Unterschied zu erkennen. Aber ihn zu kennen, ist wichtig, denn es hilft uns im Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren.


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Weiterführende Links

Gary Keller – The One Thing

Rolf Dobelli – Die Kunst des Klugen Handelns; 52 Irrwege, die sie besser anderen überlassen

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