#24 – Warum Sicherheit nicht gleich Freiheit bedeutet

Freiheit und Sicherheit sind beides Begriffe, die sich fast jeder wünscht, wenn man ihn auf der Straße danach fragt. Zu tun, was man will und wann man es will ist eine schöne Vorstellung. Wenn man dabei noch weiß, dass nichts Unvorhergesehenes passieren kann, dann fühlt es sich wie der beste Traum an. Aber ist diese Wunschvorstellung möglich? Ist es eine Illusion, beides verfolgen zu können? Oder verwenden wir die Begriffe sogar falsch? Mehr dazu im heutigen Artikel.

Freiheit – Mut zu Neuem

Frei sein, Unabhängigkeit und tun zu können, was man will. Seit jeher wünschen sich Menschen diese Werte. Im Zeitalter von Regeln, Vorschriften und Gesetzen müssen wir uns ständig nach anderen richten. Viele haben ihren Job, den sie von Montag bis Freitag nachgehen müssen, dabei wollen sie viel lieber am Strand sitzen. Sie sparen Monatelang um zwei Wochen Freiheit genießen zu können. Aber ist das wirklich Freiheit? Meiner Meinung nach ist es nur scheinbare Freiheit. Denn der Urlaub gehört zu einem großen Plan und Pläne können niemals Freiheit bedeuten. Frei ist, wer sich in das Ungewisse wagt, wer Neues ausprobiert und einfach mal etwas Unvorhergesehenes tut. Klingt einfach, oder nicht? In der Tat, aber es ist schwierig umzusetzen. Jeder könnte es tun, aber er müsste den Plan, der für ihn vorgesehen ist, durchbrechen und damit sich selbst oder andere in eine unangenehme Situation bringen. Deshalb ist die wahre Freiheit, so wie ich sie definiere, nicht für jeden sofort angenehm. Aber ich behaupte, dass sich jeder in ihr wohlfühlen wird, sobald es seine Gewohnheit geworden ist. Frei sein bedeutet, den Mut haben für das Neue. Frei sein bedeutet aber auch, zu scheitern. Aber der wirklich Freie hat keine Furcht vor dem Scheitern sondern nimmt ihn mit Freuden in den Arm. Denn nur so wird er wachsen und erlangt seine Glückseligkeit.

Sicherheit – die Kontrolle von Bekanntem

Im Gegensatz zur Freiheit steht die Sicherheit. Jetzt fragt ihr euch doch sicherlich, wieso ich sie als Gegensätze beschreibe. Nun ja, ich behaupte Sicherheit kann man nur in bekannten und gewohnten Bereichen erlangen. Dies steht aber im Gegensatz zur Beschreibung von Freiheit, die sich mit immer neuen und ungewohnten Situationen beschäftigt. Der Sichere liebt seine Routinen. Er möchte einen festen Job haben, denn da weiß er was er hat. Er hat sich an die schlechten Mitarbeiter gewöhnt, denn in einem anderen Job könnten ja schlimmere sein. Er fährt auch immer an den gleichen Urlaubsort, denn es ist dort nicht super toll, aber schon angenehmen entspannend. Und nichts ist schlimmer als in einen neuen Urlaubsort zu reisen und dort enttäuscht zu werden. Da bleibt er lieber bei bekannten. Für manche ist das voll ausreichend. Schlimm wird es für sicherer Menschen, die unzufrieden mit ihrem Leben sind. Sie beschweren sich über alles, aber ändern wollen sie nichts, mit der Begründung: „Es könnte ja noch schlimmer kommen!“ Das sind auch häufig die Menschen, die zu früh aufgeben. Neulich hatte ich einen Freund, der Snowboarden lernen wollte. Aber nachdem er ein paar mal hingefallen war und abends alles weh tat, sagte er: „Ich glaube Snowboarden ist nichts für mich, es liegt mir einfach nicht.“ Habt ihr euch auch schon einmal so etwas eingeredet? Eine schlimme Falle von „Sicherheit“, die euch vielleicht ein schönes neues Hobby oder sogar eure große Liebe verwehrt hat.

Die Krux der Fokussierung

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Diesen Spruch hat sicherlich schon jeder von euch mal gehört. Ich halte ihn für sehr weise. Bei einem Spiel gibt es zwei Arten von Spielern:

  1. Diejenigen, die versuchen zu gewinnen.
  2. Diejenigen, die versuchen nicht zu verlieren.

Viele würden sagen, das es doch das gleiche ist. Wenn ich gewinne, dann verliere ich nicht und wenn ich nicht verloren habe, muss ich doch gewonnen haben oder? Nicht ganz. Es gibt zwei Ansätze, die diese Behauptung wiederlegen. Der Ansatz der Fokussierung und der Ansatz des Mittelmaß.

Der Ansatz der Fokussierung ist ganz einfach. Worauf wir unseren Fokus legen, legen wir auch unsere Energie. Wenn wir also immer denken „hoffentlich verliere ich bloß nicht“, dann werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Wir richten unseren Fokus auf die Angst und das Verlieren. Die Gedanken sind voll von den Auswirkungen des Versagen und wie wir uns dabei fühlen werden, dass wir uns gedanklich schon darauf vorbereiten zu verlieren. Der Gewinner richtet seinen Fokus auf die Erfolge und positiven Veränderungen beim Gewinnen. Er hat in Gedanken schon lange gewonnen. Dies ist nicht nur auf Spiele anwendbar, sondern auch auf das richtige Leben. Sichere Menschen werden immer an die negativen Konsequenzen denken, wenn es darum geht einen Fremden anzusprechen, eine Investition zu tätigen oder den Job zu wechseln. Freie Menschen richten ihren Fokus darauf, ein nettes Gespräch zu führen, Geld zu verdienen und den Traumjob zu finden.

Der Ansatz des Mittelmaßes beschreibt, dass es nicht nur Gewinner und Verlierer gibt, sondern das „Mittelmaß“. Auch wenn Gewinner immer präsent sind und von vielen bewundert werden, so predigt die Gesellschaft immer wieder, wie toll doch das Mittelmaß ist. „Mache einen sicheren Job, damit du nicht wie die Verlierer auf der Straße endest“ (Ob du in dem Job glücklich bist, wird nie betrachtet) „Suche dir ein nettes Hobby, ohne zu viel Risiko einzugehen.“ (Ob dir das Hobby Spaß macht ist doch nicht so wichtig) „Packe dein Geld aufs Sparbuch, denn in Aktien oder anderen Investments könntest du es ja verlieren.“ (Das man durch Investitionen mehr aus seinem Geld machen könnte wird als „hohes Risiko“ verbucht) Das Mittelmaß ist nicht die Mitte zwischen Gewinnen und Verlieren, sondern es ist Passivität. Es ist das Nicht-Dabei-Sein, das 0-Risiko und der sichere Hafen.

Wer kein Risiko eingeht, der kann auch nicht gewinnen. Weder im Spiel noch im Leben. Jemand der unüberlegt in den Tag lebt, wird pleite gehen und unglücklich werden. Wer jeden Tag fest geplant hat und nie etwas im Leben ändert, der wird auf der Stelle treten. Nur wer den Mut zu Neuem hat, wohlüberlegt handelt und seine persönliche Balance zu Freiheit und Sicherheit findet, der wird ein spannendes und erfüllendes Leben haben.


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Weiterführende Links

Stefan Fraedrich – Das Günter-Prinzip: So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund

Peter Holzer – Mut braucht eine Stimme: Wie Sie Ihrem Leben Wirkung geben

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