#13 – Wie die Angst unser Leben bestimmt

Jeder hat sie… Viele haben sie schon einmal gespürt… Und niemand mag sie: die ANGST . Sie begleitet uns unser gesamtes Leben, auch wenn wir oft versuchen, sie zu verdrängen. Egal ob es die Angst vor dem Schwarzen Mann, Spinnen oder die Höhenangst ist, werden die gleichen Reaktionen in unserem Körper ausgelöst. Diese Reaktionen waren vor Tausenden von Jahren überlebenswichtig. Aber sind diese Ängste noch zeitgemäß? Können wir die Angst vielleicht zu unserem Vorteil nutzen? Aber es gibt auch Ängste die wir gar nicht so richtig wahrnehmen. Und was das mit Schminken zu tun hat gibt es unter anderem in diesem Artikel.

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Wovor hast du Angst? / pixabay.com

Der Ursprung der Angst

Angst existiert, seit es Säugetiere gibt. Es ist ein Prozess, der uns vor Gefahren schützen sollte. Wir leben heute, weil unsere Vorfahren in den Steinzeit Angst hatten und wegrennen konnten. Alles Unbekannte oder Neue wurde deshalb erst einmal gemieden oder gefürchtet. Diejenigen, die keine Angst hatten und sich jedem Säbelzahntiger oder Mammut furchtlos gestellt haben sind aus dem heutigen Genpool verschwunden. Damals war Angst also essentiell für das Überleben. Das Gehirn wurde also über Jahrtausende auf dieses Verhalten programmiert, sodass es heute fest in unserem Wesen integriert ist. Es wurde auf „Überleben“ gepolt und nicht auf „glücklich leben“.

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Vor Tausenden Jahren brauchten wir die Angst / pixabay.com

Allerdings haben wir es heute nicht mehr mit den gleichen Gefahren zu tun wie damals. Die meisten von uns müssen nicht mehr tagtäglich um ihr Überleben kämpfen. Wir leben in einer größtenteils sicheren Welt und schlagen uns eher mit Luxusproblemen rum (Ich weiß, es gibt auch Teile auf der Welt, die wirkliche Probleme haben). Aber dies weiß unser Gehirn nicht und deshalb muss jeder selbst dafür sorgen, dass es neuprogrammiert wird. 

Was bewirkt die Angst heute

Die Angst ist unser ständiger Begleiter. Oft hält sie uns klein und unterdrückt unser Potenzial. Wir trauen uns nicht immer, unsere Meinung zu äußern. Wir haben Angst nicht geliebt zu werden oder sogar davor, gehasst zu werden. Deshalb bleiben wir lieber in unserem Vertrauten Umfeld und sind still, wenn uns etwas nicht passt. Die Angst hält uns in der sogenannte Komfortzone. Dies ist der Bereich in dem wir uns gut auskennen und sicher fühlen. Das ist beispielsweise der jahrelange Freundeskreis oder der Urlaubsort, den wir seit 10 Jahren besuchen. Wir wissen, dass es vielleicht irgendwo etwas besseres gibt, aber wir haben Angst vor der Enttäuschung oder der Abweisung, wenn uns jemand neues nicht sofort mag.

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Die Komfortzone ist so klein im Vergleich zu unseren Möglichkeiten

Dabei passiert gerade außerhalb unserer Komfortzone die außergewöhnlichen, schönen und unvergesslichen Momente. Sobald wir doch einmal unsere Ängste überwinden können, erreichen wir so viel Mehr. Überraschung kann eines der positivsten Gefühle freisetzen. Schwimmen oder Fahrrad fahren ist so eine schöne Aktivität, aber dazu mussten wir vorher die Angst ablegen unterzugehen oder umzufallen. Klar sind das simple Beispiele, aber genau dort fängt es an. Wieso also aufhören, wenn es um Dinge wie neue Bekanntschaften, ein neuer Job oder eine Reise ins Unbekannte geht?

Warum sich Menschen schminken

Viele Menschen schminken sich jeden Tag. Nicht nur Frauen. Auch Männer beginnen immer häufiger sich zu schminken. Es geht von Feuchtigkeitscreme über Gesichts-Make-up bis hin zum „Übermalen“ des gesamten Gesichtes. Es dient zur Veränderung des Aussehens und zum Kaschieren eventueller Makel, wie Falten oder Hautfärbungen. Und Warum schminken sich die Menschen? Um Attraktiver zu wirken und Komplimente zu bekommen? 

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Der Trugschluss Schminken sei dazu da um Komplimente zu bekommen / pexel.com

Attraktivität ist der ausschlaggebendste Punkt. Allerdings ist die Annahme, dies für Komplimente zu tun, ein Trugschluss. Natürlich freut sich jeder über Komplimente und nette Blicke. Was aber wichtiger für jeden Menschen ist, ist die Vermeidung von Negativem. Da Negatives viel stärker beeinflusst als Positives (Die Wissenschaft streitet sich über das genaue Verhältnis, manche sagen 3:1 andere 5:1), ist der Mensch darauf bedacht, dieses zu vermeiden. Viele Frauen und Männer schminken sich daher, um keine negativen Kommentare oder Blick zu bekommen. Dies lässt sich wieder auf die Angst zurückführen, sogar eine der wichtigsten in der Urzeit: die Angst, ausgeschlossen zu werden. Dies bedeutete damals den Ausschluss aus dem Stamm oder der Gruppe, was gleichbedeutend mit dem Tod war. Deswegen haben wir noch heute solche Angst davor nicht von Menschen gemocht zu werden.

Nutze deine Angst für dich

Aber Angst kann nicht nur negativ in der heutigen Situation sein. Sie kann uns helfen mehr als üblich zu leisten und zu wachsen. Wichtig ist dabei, dass die Angst uns nicht überwältigt. Zeitdruck ist die wohl häufigste Methode, die Menschen dazu bringt ihre Arbeit doch noch fertig zu stellen, obwohl sie es bei ihrer üblichen Arbeitsleistung nicht mehr schaffen würden. Auch bei körperlichen Aktivitäten sorgt Angst für eine Leistungssteigerung. Wenn Sicherungen oder Hilfestellungen abgenommen wurden und man sein Angst überwindet, schafft man ungeahntes mit Leichtigkeit. 

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Wage den Sprung / pixabay.com

Wie könnt ihr die Angst nun im Alltag nutzen? Wenn ihr an Projekten arbeitet, beispielsweise irgendwelchen Dokumenten oder körperlichen Leistungen (Zimmer streichen, aufräumen oder etwas reparieren), dann habt ihr meist ein Zeitlimit, was meist in der Ferne liegt. Deshalb schiebt durchschnittlich jeder Mensch diese Dinge erst einmal bis zu einem gewissen Zeitpunkt auf (die Restdauer ist je nach Projekt und Menschentyp unterschiedlich). Dies sorgt am Ende für Stress wodurch ihr besser arbeitet. So schreibt ihr eine Hausarbeit effektiv in 2 von sechs Monaten. Wenn ihr euch jetzt aber bewusst kürzeren Bearbeitungszeitraum wählt (z.B. nur drei Monate statt sechs), dann kommt das Stressgefühl früher und ihr erledigt Projekte schneller.
WICHTIG: Damit das funktioniert müsst ihr ein sogenanntes „Commitment“ eingehen, also quasi eine Verpflichtung, dieses Zeitlimit auch wirklich einzuhalten. Ansonsten hilft dieser fiktive Zeitdruck nicht. Am Besten erreicht ihr so etwas, indem ihr euer neues Zeitlimit nach außen tragt. Sagt es also allen Leuten in eurer Umgebung. Teilt eurem Chef mit, dass ihr diese Arbeit früher erledigt oder eurer Familie. Diese müssen aber auch dafür sorgen, dass das Erreichen des Ziels kontrolliert wird, damit auch wirklich der Druck entsteht. Dadurch stellt ihr eure Projekte viel effektiver fertig und habt Zeit für zusätzliche Aufgaben oder für ausgewogene Ruhephasen. Denn das Projekt aufzuschieben schenkt euch keine Ruhe. Die Erledigung steht noch immer an, was euch innerlich nicht zur Ruhe kommen lässt. 

 

Angst bleibt auch in der heutigen Zeit ein ständiger Begleiter. Wir können sie nicht aus unserem Leben drängen, aber wir können lernen mit ihr zu arbeiten oder sogar sie zu unserem Vorteil zu nutzen. Nur wer seine Angst kennt, kann lernen mit ihr umzugehen.

2 Kommentare zu „#13 – Wie die Angst unser Leben bestimmt

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  1. Gelungen komprimierter historischer Abriss! Und das Commitment ist in der Tat essentiell, schön.

    Wie es gelingt, der Angst zu begegnen und dann voranzuschreiten; darüber noch ein paar Zeilen wären nett gewesen.

    Denn Mut hat nicht derjenige, der ohne Angst ist. Mut hat der, der seiner Angst fest ins Antlitz, sie überwindet und nutzt auf seinem Weg.

    Liebe Grüße

    Lion Logert von lionlogert.com

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