#12 – Warum du jeden Tag aufstehst

Kommen wir heute also zum letzten der vier Lebensbereiche. Ich habe ihn für Schluss gewählt, weil er der schwierigste Bereich ist. Zum Einen darum, weil er schwierig zu beschreiben ist, und zum anderen wegen der Erfüllbarkeit. Deswegen wird dieser Beitrag auch nur einen kurzen Einblick in das große Thema des „Lebenssinn“ eintauchen und einige Aspekte ansprechen, die in meinen Augen als erstes betrachtet werden sollten.

Sinn Lebensbereich Erfolg Leben Glück Glücklich
Wer stellt sich diese Fragen? / pixabay.com

Nicht messbarer Erfolg

Was diesen Lebensbereich von den anderen unterscheidet, ist die fehlende Messbarkeit. Man hat keine Größe wie Gesundheit, Finanzielle Sicherheit oder eine Familie wo jeder eine Vorstellung hat und sich sagen kann „das habe ich erreicht“. Der Sinn ist nicht greifbar und vor allem nicht an andere vermittelbar. Wenn jemand in einer glücklichen Beziehung steht, dann können andere nachvollziehen, wenn er sagt „er ist glücklich“. Aber wenn ich meinen Mitmenschen erzähle „ich bin glücklich, weil ich meinen Lebenssinn gefunden habe“, dann kommt in fast allen Fällen eine zurückhaltende „schön für dich“-Reaktion. Manchmal wird noch nachgefragt worin dieser Sinn besteht, aber das war es dann schon. Dies ist meiner Meinung nach darin begründet, da man einen Sinn nicht kopieren kann. Man kann die Tätigkeiten, die dem Sinn nachfolgen, kopieren, aber niemals die Effekte. Dies ist bei den übrigen drei Bereichen anders. Dort können verschiedene Menschen die gleichen Wege gehen bei ähnlichen Ergebnissen (natürlich gibt es auch dort Unterschiede im Grad der Glückseligkeit, bei Erreichen der Ziele).

Die stärkste Kraft

Aber obwohl der Sinn schwer zu greifen ist, halte ich ihn für eine starke Kraft. Ich gehe sogar soweit, dass er alle anderen drei Bereiche in der möglichen Steigerung der Glückseligkeit übertreffen kann. Zunächst zwei Fragen. Vielleicht kennt ihr diese aus Bewerbungsgesprächen. „Wer bist du? Was willst du?“ (sinngemäß auch in Sie-Form) Beide Fragen scheinen auf dem ersten Blick ziemlich einfach und trivial. Aber die Antwort darauf ist meist komplexer als man denkt. Bei der Frage „Wer bin ich?“ kommt meistens als Antwort der Name, Beruf, Familienstand und ein kurzer Umriss des Lebenslaufes. Aber spiegelt das wirklich wieder, wie die Person wirklich ist? Ich meine hier vor allem die Emotionen und Erfahrungen, welche ebenso wichtig sind wie die besuchte Schule. Und wenn wir noch tiefer gehen, dann kommen Charaktereigenschaften und jeder Gedanke dazu. Also beantworten wir alle die Frage Falsch bzw. nicht umfassend genug. Allerdings ist das nicht unsere Schuld, denn die Frage der Identität ist unmöglich in einigen Sätzen zu beantworten, nicht mal auf 10 Seiten. Ich habe daher aufgehört, mir diese Frage zu stellen und wenn jemand anderes danach fragt dann erkläre ich ihm, wie wenig ihm diese Antwort nützen würde und erkläre ihm dies anhand von einigen Beispielen. Die Frage „Was willst du“ hingegen ist durchaus beantwortbar. Es ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Nun ist die Bedeutung dieses Wortes ziemlich konfus. Ich empfehle daher die Unterscheidung zwischen dem großen und dem kleinen Sinn des Lebens.

Der „große“ Sinn des Lebens

Wer dem großen Sinn des Lebens auf der Spur ist orientiert sich an Fragen wie „Warum existiert das Universum? Warum sind wir auf der Welt? Was soll das ganze?“ Jede Kultur antwortet darauf mit einem Mythos. Asiatischen Länder ist die Erde der Panzer einer riesigen Schildkröte. Im Christentum hat Gott alles in sechs Tagen erschaffen und wird alles am Tag des jüngsten Gerichts wieder alles zerstören. In der Wissenschaft gibt es keine Antwort auf den großen Sinn des Lebens. Ein übergeordnetes Ziel ist nicht erkennbar. Das Universum ist daher fundamental sinnlos. Deshalb auch hier: beschäftigt euch nicht mit diesen Fragen. Ihr werdet zu keiner Antwort kommen. Glaube ist allerdings etwas ganz anderes und wird daher auch anders von mir bewertet. Dies allerdings in einem anderen Beitrag.

Der „kleine“ Sinn des Lebens

Ich konzentriere mich daher lieber auf den sogenannten „kleinen“ Lebenssinn. Dieser umfasst persönliche Ziele, Ambitionen. Es gibt kein gutes Leben ohne persönliche Ziele. Es gibt keine Garantie, dass Ziel zu erreichen. Aber wer gar kein ziel hat, wird garantiert nichts erreichen. Ziele motivieren einen jeden Tag. Auch wenn es mal nicht so schöne Momente gibt, halten Ziele einen am Leben und bringen diesen voran. Entgegen der lange geglaubten Meinung, Menschen würden nur durch externe Reize motiviert werden können, ist ein persönliches Ziel die stärkste und langanhaltendste Energiequelle.

 

 

 

Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige. (Seneca)

Warum funktionieren Ziele? Weil Personen mit Zielen mehr Anstrengung unternehmen, diese Tätigkeit zu erledigen und weil Ziele Entscheidungen leichter machen. Bei jeder Abzweigung im Leben kann man der spontanen Laune nachgeben oder man verfolgt systematisch seinen Zielen. Dies führt unweigerlich zu mehr Erfolg im Leben und zu einem glücklicheren Leben. Wie das oben aufgezeigte Zitat von Seneca verdeutlicht ist die Richtung im Leben wichtiger als die Geschwindigkeit. Also hetzt nicht von Schule zu Ausbildung/Studium zu Beruf um möglichst schnell Geld zu verdienen. Macht euch lieber Gedanken zum Thema „Was will ich eigentlich“ um erst einmal die Richtung kennen zu lernen. Natürlich findet sich die persönlich Richtung nicht in einem Brainstorming von 5 Minuten. Aber nicht daran zu denken gleicht einem Glück spiel in einem Casino. Und in einem Casino gewinnt immer die Bank und nicht der Spieler.

Sinn Lebensbereich Erfolg Leben Glück Glücklich Scheideweg
Die Richtung ist wichtiger als die Geschwindigkeit / pixabay.com

Also merkt euch, dass das Setzen von Zielen euch einen großen Vorteil im Leben verschaffen kann. Sobald eine Richtung gefunden wurde, kann sie jederzeit um einige Grad verändert werden. Aber wenn ihr erst eine 180°-Wendung machen müsst, dann wird es schwieriger und dauert länger.

3 Kommentare zu „#12 – Warum du jeden Tag aufstehst

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      1. Zeige mir irgendjemanden der ohne kieselsteine denkt und ein Bewusstsein hat. Die 7000000000 die existieren denken alle mit ihnen. Selbst dein Rechner mit dem du hier tickerst wurde von kieselsteinwesen gebaut und erfunden. Du bist in 9 Monaten selbstständig aus einer Zelle bis auf deine Größe gewachsen. Irgendwann in diesem Prozess wärst du so komplex, dass du dir selbst bewusst wurdest. Jede andere Alternative ist einbildung und nicht bewiesen. Was ist wahrscheinlicher, 7000000000 Beispiele oder keines.

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