#7 Jeder braucht einen (guten) Coach

Fußball-Profis, Profiboxer und Olympioniken. Sie alle haben eins gemeinsam. Jeder von ihnen besitzt einen eigenen Coach. Sie alle sind Meister ihres Bereiches und kaum jemand kann ihnen darin das Wasser reichen. Sie haben jahrelang, teilweise sogar ihr ganzes Leben, dafür trainiert, um so gut zu werden. Aber wie kommt es, dass solche Spitzensportler immer noch jemanden brauchen, der ihnen sagt, was sie tun sollen?

Lehrer, Coaches, Berater (es gibt noch viele weiterer Begriffe, die aber eigentlich alle das gleiche meinen) sind laut unserem Verständnis dazu da, jemandem etwas beizubringen. In der Schule lernen wir die Geschichte einer Nation oder den Aufbau des menschlichen Körpers. Im Sport werden uns Techniken zum Durchführen einer Sportart vermitteln. In diesen Bereichen nehmen wir die Hilfe von Coaches an und sind dankbar dafür. Allerdings beschränkt sich die Tätigkeit eines Coaches nicht nur auf die Vermittlung von Wissen. Die einzelnen Techniken, die es zu erlernen gibt, sind je nach Bereich schnell erlernt. Beim Schach gibt es nur wenige Regeln und Spielzüge die man lernen muss, um das Spiel zu „können“, Fußball ist sogar noch simpler. Ein Schulfach ist da komplexer, weshalb wir mehrere Jahre brauchen, um alle Informationen vermittelt zu bekommen. Trotzdem wissen erfolgreiche Sportler, dass sie rund um die Uhr einen Coach brauchen. Sie brauchen einen ständigen Begleiter, der sie auch in schwierigen oder neuen Situationen mit Rat zur Seite steht. Nicht nur im Sport ist das so. Auch Unternehmer haben meist einen externen Unternehmensberater, der die Firma „trainiert“.

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Neben dem Vermitteln von Wissen sehe ich noch zwei weitere Aspekte als Hauptaufgabe eines Coaches: Erfahrung und Emotionen.

Wenn mal nicht alles rund läuft

Der Grund, warum viele ehemalige Fußballspieler Trainer werden, ist die Erfahrung, die sie besitzen. Diese haben sie aufgrund ihrer aktiven Spielzeit gesammelt und können sie nun an junge Spieler weitergeben. Erfahrung ist im Unterschied zum Wissen nicht objektiv oder allgemein gültig. Erfahrung kommt dann zum Einsatz, wenn man auf unvorhergesehene Ereignisse trifft oder man einfach nicht weiter weiß. Menschen mit Erfahrung kennen mehr als nur einen Weg, um an sein Ziel zu kommen. Deshalb gibt es beispielsweise auch große Unterschiede zwischen Millionären. Der, der es sich selbst erarbeitet hat, fürchtet nicht, es zu verlieren. Er weiß ja wie er es bekommen hat und kann die Schritte so oder verbessert noch einmal tun. Aber Lottogewinner oder Erben haben diese Erfahrung nicht. Sie wissen nicht, wie sie so viel Geld „erarbeiten“ können, da sie es nur durch Glück oder Zufall bekommen haben. Deshalb sollte man bei der Suche nach einem Coach immer den Erfahrungsschatz betrachten, also auch die Niederlagen, die derjenige „erfahren“ hat. Auf die Erfolge schaue ich immer zuletzt.

Die Macht der Emotionen

Die dritte Aufgabe des Coaches ist das Verteilen von Emotionen. Dieser Bereich ist der schwierigste und langwierigste, aber dafür meiner Meinung nach der erfolgversprechendste. Mit Emotionen meine ich hier die Glaubenssätze, die ein Mensch zu einem Thema hat. Der Coach muss die Begeisterung, das Interesse und das Durchhaltevermögen an seine „Schüler“ weitergeben. Er muss sprichwörtlich für sein Thema brennen. Dieses muss nicht durch lautstarke Gesten geschehen, sondern wird oft dadurch vermittelt, wie er selbst zu dem Thema steht. Dies wird durch die wahre Intention eines Menschen offen gelegt. Viele Unternehmensberater wollen nur das Geld ihrer Kunden haben. Wie viel sie letztendlich am Unternehmen verändern, ist ihnen dabei egal. Manche Kindergärtner freuen sich jedes Mal, wenn ein Kind lächelt oder arbeiten ohne Bezahlung länger, weil die Arbeit sonst nicht möglich wäre. Natürlich sind das nur zwei Beispiele. In allen Bereichen gibt es Menschen, die ihre Intention eher monetär setzen oder aus Liebe zu ihrem Beruf arbeiten. Allerdings glaube ich, dass Coaches, die starke Emotionen vermitteln, ihre Schüler viel tiefgreifender überzeugen können. Es dauert eine Zeit, bis diese Emotionen bis in die Psyche eindringen und auch vollends verstanden werden. Aber wenn es soweit ist, dann bleiben sie auch für eine lange Zeit dort drin. Selbst wenn man gewisse Techniken oder bestimmte Fakten vergisst, wenn die Überzeugung und die Begeisterung für etwas da ist, wiegt das viel mehr. Ein Coache, der Emotionen vermittelt, füttert seine Schüler ständig mit seinen Glaubenssätzen, selbst wenn sie schon bei allen angekommen sind.

Die Art des Coachings

Jeder kennt sie… die extrovertierten Trainer am Rand. Sei es bei einem Fußballspiel oder, wie in meinem Fall, am Rand einer Kampfsportmatte. Sie schreien und brüllen, fuchteln wild mit ihren Armen herum und am Ende kommt kein sinnvolles Wort für die Spieler heraus. Man glaubt schon fasst, dass diese Menschen es nur für das Fernsehen machen. Es sieht halt besser aus, wenn man bei einem verlorenen Speil einen wütenden und Kopfschüttelnden Trainer sieht, als wenn er die Niederlage ganz gelassen hinnehmen würde.

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Am Ergebnis würde sich in beiden Fällen nichts ändern. Ich glaube Fußballspieler haben gelernt, diese „Brüllattacken“ während eines Spiels einfach zu ignorieren und sich auf das Spiel zu fokussieren. Mir fiel es als Jugendlicher sehr schwer, mich weiterhin 100%ig zu konzentrieren. Die ganzen negativen Einflüsse haben sehr an meiner Motivation gezerrt. Wenn man den Trainer danach darauf anspricht kommen meist nur Kommentare wie „ich will dich doch nur motivieren“ oder „diese offensichtlichen Fehler muss ich dir doch sagen“, also keinerlei Verständnis entgegengebracht. Klar argumentieren jetzt viele, dass man als Kind noch emotionaler auf solche negativen Einflüsse reagiert. Aber das stimmt nicht. Es hat sich gezeigt, dass Erwachsene genauso auf negative Kommentare reagieren wie Kinder, nur zeigen sie es weniger. Ein Mensch der nur angebrüllt und beleidigt wird, egal ob von seinem Chef oder von Mitarbeitern, arbeitet wesentlich weniger und schlechter als Menschen, die regelmäßig Lob und Anerkennung erfahren. Deshalb sollte ein guter Coach auch viel positives vermitteln. Dies ist wieder eine Sache der Einstellung. Man kann eine Niederlage als verlorenes Spiel werten und die Spieler für ihre schlechten Leistungen beschimpfen. Oder man geht hin und erzählt von den Fehlern, aus denen man von nun an lernen wird und die Chancen, die man nun sieht. Klar, man darf nicht alles schön reden und Kritik, wenn sie konstruktiv und neutral formuliert ist, ist wichtig zur Verbesserung, aber etwas positives ist in allen Situationen zu finden. Nicht nur beim Sport ist das so. Auch in der Schule oder in Unternehmen sollte man sich dieses Prinzip aneignen. Positive Gefühle können einen Menschen viel besser motivieren und verändern, als Negativität.

Der Coach im Leben

Jetzt habe ich viel über Sport geredet, aber was bringt das dir jetzt genau? Ganz einfach. So wie man einen Coach braucht um gut im Sport zu werden, so braucht jeder auch einen Coach um gut im Leben zu werden, den Lebens-Coach. Meistens braucht man sogar mehrere. In einigen Bereiche benutzen viele sogar schon Coaches. Beispielsweise, wenn es um Finanzen geht, haben einige einen Steuerberater oder einen Bankberater (Von dessen Sinnhaftigkeit ich in unserer heutigen Gesellschaft allerdings nicht überzeugt bin). Wer hilft uns aber bei alltäglichen Situationen wie der Abarbeitung unser täglichen Aufgaben? Oder bei der Erfüllung unserer Träume? Oft sind wir dafür alleine verantwortlich. Das Problem ist häufig, dass wir auch nicht wissen, wen wir dafür fragen sollen oder trauen uns nicht. Schließlich hat jeder ja diese Probleme. Jemanden dafür zu bezahlen, dass will ja nun niemand. „So wichtig sind meine Probleme auch nicht.“ Dies ist aber ein Irrtum. Selbst kleine Probleme und nicht erledigte Aufgaben können verheerende Folgen haben. Und wer ist jetzt als Coach geeignet? Eigentlich jeder, der ein bestimmtes Problem schon gemeistert hat. Denn wenn wir das gleiche Problem haben, dann kann er uns helfen. Nun das ist einfach gesagt, denn wir laufen ja nicht mit unserem ausführlichen Lebenslauf auf der Stirn durch die Stadt, sodass wir wissen, wer wofür geeignet ist. Aber meist hat jeder in seinem Umfeld Menschen, die sich auf bestimmte Bereiche fokussiert und darin Erfahrung gesammelt haben. Professionelle Coaching im Bereich Persönlichkeit und Erfolg haben in den letzten Jahren in Deutschland immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Diese helfen euch meist nicht bei bestimmten Problemen, aber sie helfen euch, eure Emotionen zu verändern. Sie geben euch ein positives Gefühl, wenn ihr euch darauf einlasst. Und wie vorher schon erwähnt können Emotionen großes bewirken.

Nicht nur bei Problemen

Gerne schreien wir nach Hilfe, wenn wir in Probleme haben oder nicht weiter wissen. Allerdings kann es auch von Vorteil sein, sich einen Coach zu holen, wenn es einem gut geht. Denn die Vielzahl an positiven Gefühlen und Ideen ist wie eine Welle, auf der man surfen kann. Es ist viel einfacher, neue Probleme zu bewältigen, wenn man von einer Aura der Glücksgefühle umhüllt ist. Und um in Bildern zu sprechen: Wie wollen sie über das Meer gelangen? Die ganze zeit schwimmend um mit den Beinen strampelnd oder auf einer sanften Welle der Freude auf ihrem Surfbrett ohne große Anstrengung.

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