#4 – Wie die Anker dich vom Ozean der Träume abhalten

Wir alle haben sie. Die Anker. Die Personen oder Dinge im Leben, bei denen wir uns wohl fühlen und zu denen wir immer wieder zurück kommen wollen, wenn wir uns schlecht fühlen. Allerdings können solche Anker oder Häfen auch hinderlich sein, denn sie halten uns von dem Potenzial, was in uns schlummert, ab und versuchen, dass wir uns nicht verändern.

Der Hafen, der mich zurückhielt

Ich selbst habe  jahrelang miterlebt, wie mich ein Hafen der Zuflucht klein hielt und mein Wachstum stoppte. Nach meinem Abitur wurde ich durch mehre Aus- und Weiterbildungen durch ganz Deutschland geschickt. Eigentlich gefiel mir die Vorstellung, immer mal wieder wo anders zu sein und alle Teile und Ecken von Deutschland einmal kennen zu lernen. Was ich dabei allerdings nie aufgab, war meine Zuflucht in meiner Heimat. Nicht falsch verstehen, ich liebe noch immer meine Heimat mit meiner Familie und meinen Freunden, allerdings betrachte ich es nicht mehr als meinen Hafen oder mine Zuflucht. Das Problem dabei war, dass ich das Wochenende zu meinen Eltern und Freunden pendelte und dort die 3 Tage verbrachte… Jedes Wochenende! Obwohl ich neue Gegenden toll und faszinierend fand, wollte bzw. konnte ich dort nie eine wirkliche Bindung aufbauen, weil mich mein „Heimathafen“ daran hinderte. Ich konnte keine wirklichen Beziehungen zu neuen Menschen aufbauen, da ich nach der Arbeit die meiste Zeit in meinem alten Umfeld „gefangen“ war. Ich war zufrieden (Ein Wort, welches ich heute mit einer gewissen Negativität konnotiert habe) mit dem was ich hatte, auch wenn ich nicht wirklich glücklich mit der Situation war. Allerdings wollte ich damals nichts ändern, da es meine Geborgenheit hätte zerstören können. Das „Alte“ zog mich also immer wieder zurück und hielt man an der kurzen Leine.

Tauziehen
Menschen (Anker) ziehen uns zurück / Pixabay

Der Tag an dem ich segelte. Der Tag an dem ich meine Freiheit wiedererlangte.

Irgendwann merkte ich, dass ich zwar objektiv betrachtet ein schönes Leben hatte… Job, Freunde, Sicherheit… aber ich mich einfach nicht glücklich fühlte. Deshalb stellt der Tag, an dem ich nach München gezogen bin, einen entscheidenden Moment in meinem Leben dar. Ich habe mir vorher fest vorgenommen, dass ich ab diesem Tag mein Leben ändern werde. Ich wollte offener für neues sein, neue Leute kennen lernen, neue Sportarten ausprobieren, neue Orte entdecken. Gesagt, getan. Natürlich hatte ich bedenken, dass ich keinen Anschluss bekomme. Ich hatte mir die schlimmsten Gedanken gemacht, dass mich zum einen die neuen Leute nicht aufnehmen und zum anderen, dass mein alter Freundeskreis sich auflösen würde oder ich den Kontakt verliere. Natürlich ist nichts davon eingetreten. Ich habe bis heute so viele tolle und beeindruckende Menschen hier in München kennengelernt, die ich auch noch nach meinem Studium als Freunde und Bekannte behalten werde. Und auch meinen alten Freundeskreis hat es nicht geschadet. Er hat sich gewandelt und ist anders als früher, aber Veränderungen sind Teil jedes Organismus auf der Welt. Ich habe also meine Anker nicht weggeworfen und meine Häfen nicht verbrannt, aber ich benutze sie wesentlich weniger und vor allem lasse ich mich nicht mehr von ihnen zurückziehen oder beeinflussen. Ich habe meine Freiheit wieder erlangt und kann auf dem Meer der Träume reisen und die Schätze des Lebens entdecken.

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Die Unendlichkeit des Meeres / pixabay

Fazit – Hol deinen Anker ein und reise los

Ich kann jedem nur raten, seinen Anker sofort einzuholen und hinaus aufs Wasser zu fahren. Vielleicht noch nicht auf den großen Ozean, also ein komplettes Verlassen der Komfortzone, sondern in kleinen Schritten mal etwas neues ausprobieren oder eine Angst zu überwinden. Der wichtigste Schritt allerdings ist das Erkennen seiner Anker. Viele von uns denken des Öfteren so etwas wie „Ich habe keine Anker, die mich runter ziehen“ oder „Ich fühle mich in meinem Umfeld so wohl, dass ich es doch gar nicht verlassen will“. An diejenigen von euch, die so etwas denken, kann ich nur appelieren, dass ihr selbstkritisch mit euch seid und hinterfragen solltet, wo vielleicht einige Veränderungen wichtig sein könnten. Veränderung und Wachstum sind wichtig für einen Menschen. Es ist wie bei einem Baum. Hört er auf zu wachsen beginnt er zu sterben. Ich für meinen Teil möchte noch lange wachsen und so hoch und stark wie eine Eiche werden.

Wachstum, Freiheit, Stärke, Selbstbewusstsein
Seid wie eine starke Eiche und wachst ständig / pixabay

Ein Kommentar zu „#4 – Wie die Anker dich vom Ozean der Träume abhalten

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  1. Schön geschrieben 🙂 Du hast Recht, man sollte sich tatsächlich einfach mehr trauen, um aus alten Bereichen seines Lebens ausbrechen zu können und um neues kennenzulernen.

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